Die Geschichte des „Coq au Vin“, einem von vielen der Nationalgerichte in Frankreich, ist wesentlich einfacher als man denkt, wie auch seine Zubereitung. > kochen mit Wein

Geschichte des Coq au Vin

Versetzen wir uns ein wenig in die Geschichte des alten Frankreichs zurück:
Frankreich war im Mittelalter geprägt durch wenige bedeutende Städte, eine weithin ländliche, bäuerliche Struktur sowie den Aufstieg des Königtums im stetigen Kampf gegen die Unabhängigkeit des Hochadels und die weltliche Gewalt der Klöster und Ordens-gemeinschaften. Die Karpetinger setzten, ausgehend von der heutigen Île-de-France, die Idee vom französischen Einheitsstaat durch.

Während sich auch damals schon Herrschende an üppigen Tafeln mit Wildbret, Fasan, Kapaun und vielerlei Delikatessen verlustierten, hatten die Menschen auf dem Lande oft nur Brei als Grundnahrung. Und doch gab es am Sonntag auch am Herkunftsort des Coq au Vin - im Burgund - soweit möglich auch etwas Gutes: Hühner oder ein Hahn, etwas Gemüse und Wein waren vorhanden…
Damals achtete man darauf, einen Hahn mit grossen Sporen zu bekommen – nur diese waren ausgewachsen und gut genug für ein Coq au Vin, damals wie heute ein echtes Festessen. Das Fleisch wurde über Nacht in Wein eingelegt und danach kräftig angebraten, hinzu kamen die klassischen Wurzelgemüse wie Karotte, Sellerie und Lauch. Dann füllte man mit dem Wein, in dem der Hahn gelegen hatte, wieder auf und liess das Ganze im vom morgendlichen Backen noch heissen Ofen gar schmoren.

Viele französische Auswanderer wie die Hugenotten brachten das Rezept für Coq au Vin in andere Länder der Welt – Coq au Vin wird bis heute im frankophonen Teil Kanadas genauso gegessen wie in manchen Südstaaten der USA, in französischen Überseegebieten und natürlich in Frankreich selbst. Mehr: Kochen mit Wein... 

Eine Frage von Kultur und Geschmack

Während in Deutschland der Name eines so typischen, klassischen Essen des einfachen Volkes zu „Kokowääh“ verstümmelt wird, geniesst man im Nachbarland auch heute noch gern einen Hahn von 2 – 3 Kg. als leckeres Sonntagsessen im Kreis der Familie. Eine Frage der (Ess-)Kultur und des Geschmacks halt.

In Frankreich kann man am Essen den Wochentag ablesen, heisst es...