Das Cordon Bleu kennen wir heute als gefülltes Schnitzel vom Kalb, Schwein oder auch von Pute oder Hähnchen. Bleu bedeutet aber „blau“ – und blau sind die mit Schinken und Käse gefüllten, panierten und goldbraun gebratenen Cordon bleues nun ganz sicher nicht.

Herkunft des Cordon Bleu

Cordon bleu de Dinde, Puten-Cordon-bleu

Putenbrust-Scheiben, gefüllt mit Schinken und Richemont-Käse...


"Cordon" ist wie auch bleu französisch und bedeutet "Seil" oder auch "Band". Blaues Band also.
Wie kommt aber ein Fleischgericht zu der Bezeichnung Blaues Band? Die Literatur kennt mehrere mögliche Erklärungen. So soll einst ein Ritterorden (Ordre du Saint-Esprit, erster Ritterorden der alten französischen Monarchie, gegründet 1578) seinen Mitgliedern Orden an einem blauen Band verliehen haben.

Cordon bleues gründlich einmehlen!

Wichtig: Nach dem Mehlen ca 1 Stunde liegen-zulassen - so haftet die knusprige Panade zuverlässig.


Da die Ritteressen dieses ehrwürdigen Ordens höchsten kulinarischen Ansprüchen genügen und Köche oder Köchinnen stets neue Einfälle auf die Tafeln bringen mussten, soll einer/einem von Ihnen als Auszeichnung für ein solch exzellentes Mahl ausnahmsweise ebenfalls ein „Cordon bleu“ verliehen worden sein. Diese Ehrung für aussergewöhnliche Spitzenköche setzte sich auch in anderen Regionen Europas durch.


Gesichert scheint heute, dass das Gericht, bzw. das Original-Rezept für Cordon bleu eher nicht aus Frankreich, sondern eher aus der französischen Schweiz stammt.
In Frankreich selbst galt und gilt es als stillos, gutes Fleisch mit altem Brot zu kombinieren. Hier wird auch heute noch Schinken zur Vorspeise, Fleisch zum Hauptgang und Käse als Nachspeise serviert. Schnitzel jeder Art werden bevorzugt "nature" (sprich: natür) ohne jede Art von Panade oder Überzug zubereitet.

Nun gab es jedoch einerseits die Auszeichnung „Blaues Band“ für besonders gute Köche und Köchinnen, andererseits wurde das „Blaue Band“ viel später auch als Trophäe für Schiffe verliehen, die in kürzester Zeit den Atlantik überquert hatten. Man erinnere sich an die Titanic, die genau wegen diesem Blauen Band in ihren Untergang für.

Während unterschiedliche Quellen meinen, das Cordon-Bleu Rezept hätte mit gastronomischen Verdiensten zu tun oder das Festessen bei der Verleihung des Blauen Bandes an den Kapitän eines siegreichen Schiffes hätte aus mit Kochschinken und (Greyerzer)Käse gefüllten Schnitzeln bestanden, erwähnen andere die Möglichkeit, dass das gefüllte Fleisch einst mit blauem Band oder Garn zusammengehalten worden wäre.

Selbst ist der Koch

Ein selbst zubereitetes, gut gemachtes Cordon bleu gilt heute als eines der beliebtesten Fleischrezepte, für das vor allem Schnitzelfleisch von Schwein oder Kalb, Puten- oder Hähnchenbrust verwendet wird.
Für die Cordon Bleu-Füllung sind Kochschinken in Kombination mit Emmentaler, Raclette, oder Gruyere-Käse beliebte Zutaten.
Aus luftgetrocknetem Weissbrot hergestelltes Semmelmehl, mit einem Löffel Sahne aufgeschlagenes Ei und feines Weizenmehl braucht man für gute Cordon Bleues immer. Kross-knusprig ausgebacken werden Kalbs- oder Puten-, Schweine- und Hähnchen-Cordon Bleus am besten in Butterschmalz.

Cordon bleu extra zart

Das Fleisch 2 Tage lang kühl in Buttermilch einlegen und die Fleischscheiben anschliessend trockentupfen und mit einer Seite für mind. 30 Minuten auf Mehl legen. Dann erst füllen und erneut in Mehl, Ei (mit wenig Sahne verschlagen) und - natürlich ebenfalls selbst gemachtem - Semmelbrösel wälzen.

So wird das Fleisch sicher verschlossen und die wundervollen Säfte bleiben erhalten. Nach dem Backen die Cordon bleues mit dem Saft frischer Zitronen zart beträufeln und möglichst keine fetten, schweren Saucen, statt dessen lieber einen leichten grünen Salat mit Vinaigrette Dijon dazu servieren.