Die Geschichte des Haggis, einer Spezialität aus der Schottischen Küche, ist so alt und so reich an regionalen Varianten, dass man eigentlich statt „The Story of Haggis“ eher von „Haggis-Storys“ reden müsste.

Zahlreiche Geschichten rund um die Zubereitung des Haggis, um den typischen Haggis-Geschmack und die korrekte Art Haggis servieren und essen zu können, sind in der Welt der Küche unterwegs.


Ohne Dudelsack und Haggis-Gedicht, ohne Kilt und Whiskey geht Haggis einfach nicht...

Haggis essen ist für Schotten ein Fest. Oft ist das Fest der Grund für eine Haggis-Zeremonie - oder umgekehrt ist die Zubereitung eines Haggis der Anlass für eine grössere Party mit "Highland-Games", gutem Essen, Small-Talk und reichlich Single Malt...

Ähnlich: Kig-ha-farz - ein Rezept aus der Bretagne, auch: Ballitos

What exactly is the - Haggis?

Im Haggis, bestehend aus dem Magen eines Schafes, paunch genannt, der mit Herz, Leber, Lunge, Nierenfett vom Schaf, Zwiebeln und Hafermehl gefüllt wird, sorgt reichlich Pfeffer für scharfe Würze, und Hafermehl eine etwas schwerere Konsistenz als Wurst.

Als Fast food kann man das Gericht heute in schottischen Chip-Shops mit Pommes Frites serviert und selbst Ballitos mit Haggis-Geschmack sind denkbar.

Einer deutschen Wurstsuppe oder Blutwurst, nordhessischen Weckewerk, westfälischer Stippgrütze, englischen hog puddings und zahlreichen weiteren Rezepturen auch aus Wales oder Irland nicht unähnlich, wurde auch Haggis einst erfunden, um nach einer Schlachtung die schnell verderblichen Innereien eines Tieres für einige Zeit haltbar zu machen. Daher wurden sie klein gehackt, gewürzt, gekocht und in einen Magen oder Darm als geeignete Hülle gefüllt oder nach dem Füllen stundenlang gebrüht.


Haggis: Zubereitung

Die Zubereitung für frisch zubereiteten Haggis „ist nichts für schwache Nerven“, wenn man dem schottischen Kochbuchautor Paul Harris glauben darf und dauert vier bis fünf Stunden.

Einzelheiten der Haggis-Zubereitung wollen wir an dieser Stelle dem Leser ersparen. Aus eigener Erfahrung ist das deftige schottische National-Gericht Haggis eine kulinarische Erfahrung, auf die man nicht verzichten sollte.

Die Zeremonie und die Rituale beim stets gemeinsamen Haggis-Essen muss man unbedingt miterlebt haben: Beim so genannten „Burns Supper“ (jährliches Gedenkfest zu Ehren des schottischen Nationaldichters Robert Burns) spielt man zur Einstimmung vor dem Servieren bei Kerzenlicht zunächst mit dem Dudelsack ein „Reel“. Das Familienoberhaupt (oder der Wirt des Restaurants, in dem man die Burns Night feiert) wird nun feierlich vor einer schottischen Flagge das Gedicht „Address to a Haggis“ von Robert Burns mit möglichst grosser Inbrunst vortragen, während für alle sichtbar vor ihm der Hauptakteur des Ganzen aufgetischt ist.

Mitten in der dritten Strophe („cut ye up wi ready slight“) wird der kochend heiße Haggis – der „Great Chieftain o’ the Puddin-race“ (deutsch etwa: „Großer Häuptling des Pasteten-Stammes“) - dann feierlich mit einem Schwert oder dem im Strumpf des schottischen Kilts befindlichen Dolch aufgeschnitten, so dass die Innereien auslaufen und sich über die ganze Servierplatte verteilen.