Legenden über Käse, Löcher im Käse, Käseherstellung oder Rezepte, gibt es sicher so viel wie es Käsesorten gibt. Frankreich, das Land mit den meisten Käsesorten, eignet sich dabei wie kein zweites für zahlreiche Käse-Legenden, Geschichten und Anekdoten.


Legenden rund um die Herkunft von Käse oder den Ursprung einzelner Käsesorten sind in der Mehrzahl keine historisch gesicherten Erkenntnisse. Eine schöne Geschichte zum Käse-Essen bei einem Glas Wein ist jedoch ein herrlicher Genuss.

Legenden ranken sich um den Käse auch deshalb, weil die Käseproduktion eine uralte Form der Lebensmittelproduktion des Menschen ist wie etwa Brot backen oder Wein keltern, ganz im Gegenteil zu Tiefkühl-Pizza mit Käse…

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Camembert, Roquefort & Stilton - Frankr./England

So soll das Geheimnis für die Herstellung des Camembert in der Normandie einst von einem auf der Flucht befindlichen Priester als Dank an die normannische Madame Marie Harel weitergegeben worden und der südfranzösische Roquefort per Zufall in einem feuchten, mit "penicillium roqueforti" (Blauschimmelsporen) befallenen Gebirgsmassiv entstanden sein. Die selben Schimmelsporen veredelten später auch den englischen Blauschimmel-Käse Stilton.

Reblochon - Frankreich

 Der Reblochon-Käse etwa mit seinem besonders hohen Fettgehalt soll entstanden sein, als die Bauern in Savoyen ihre Steuern in Milch bezahlen mussten und die erste, magere Milch dafür ablieferten, während sie aus der fetten einen ganz vorzüglichen Käse herstellten, der dann länger haltbar war.

Käsezopf - Slowakei / Polen

So erzählt man sich in der Slovakei zum Ursprung der leckeren Käsezöpfe „Korbáčiky“, dass eine schöne Jungfrau einst, ganz in Gedanken an ihren Liebsten vertieft, statt ihrer Zöpfe angefangen hatte Käsestränge zu flechten, während salzige Tränen darauf fielen. Ähnlich lecker ist auch „Oscypek“, eine geräucherte Käse-Spezialität aus Polen.

Braunkäse / Skandinavien

Skandinavischer Braunkäse (norw.: brunost bzw. mysost, schwed.: mesost) soll wegen seines hohen Fettgehaltes so gut brennbar sein, dass im Jahr 2013 ein LKW mit diesem Käse in Flammen aufging und die Löscharbeiten laut Wikipedia ganze vier Tage dauerten.

Mondsee-Käse / Österreich

Käse-Legenden aus Österreich berichten über die Herkunft des Mondseer-Käse, dass französische Soldaten während der Napoleonischen Kriege in den Jahren 1792 bis 1815 auf einem Gutshof in der Nähe von Schloss Hüttenstein versucht haben, Elsässer Münsterkäse herzustellen. Das Ergebnis soll aber der später so genannte „Mondseer“ gewesen sein.

Bratchäs (Raclette) / Schweiz

Heisser oder überbackener Käse als Raclette- oder Fondue-Käse hat sich seine Beliebtheit bis heute erhalten. Der aus der Schweiz stammende Käse, ursprünglich Bratchäs («Bratkäse») genannt, ist einem Hirten zu verdanken, der seinen Käse während der Übernachtung auf der Alm zu dicht ans Lagerfeuer gelegt hatte, woraufhin dieser zu schmelzen begann. Um den guten Käse nicht umkommen zu lassen, schabte der Hirte den flüssigen Käse auf sein Brot und das Raclette war entstanden.

Oka-Käse / Kanada

Käse aus Kanada ist neben dem allgegenwärtigen Cheddar vor allem auch der „Oka“. Die Käsesorte mit ihrem weichen, sahnigen Geschmack hat ein scharfes Aroma, welches manchmal als nussartig und fruchtig empfunden wird. Okakäse wurde einst von französischen Trappisten-Mönchen hergestellt, die bis dahin den Klosterkäse Port Salut produzierten. Das Käserezept für Port Salut aus der Bretagne (Frankreich) brachten die Mönche mit nach Kanada, als sie sich in La Trappe, nahe Oka, niederließen und stellten seit 1893 den Oka Käse her.

Halloumi-Käse / Naher Osten

Als „Halloumi“ bezeichnet man eine Alt-Ägyptische bzw Arabische Ur-Form der Käse-Zubereitung. Halloumi-Käse gilt als Spezialität in der Küche der Mittelmeer-Länder. Halloumi (Käse ursprünglich aus der Milch von Mufflons) wird im gesamten Nahen Osten seit über 2000 Jahren hergestellt. Die Herkunft des Halloumi vermutet man in der Küche des alten Ägypten oder in der arabischen Küche. Die Briten brachten das Rezept in der Kolonialzeit von Zypern nach Australien, wo der Käse noch heute hergestellt wird. Gegessen wird Halloumi vor allem paniert, gebraten oder frittiert.