Pizza und andere Fladen - eine Weltreise

Pizza, gern auch mal „Mafia-Fladen“ genanntes Fladenbrot stammt in ihrer heutigen Zubereitung zwar aus Italien – die Herkunft des Teigfladens in all seinen weltweit bekannten Fladenbrot-Varianten ist jedoch viel älter.

Man nimmt an, dass die direkte Herleitung des Namens Pizza den Etruskern und ihrem „Pita“ zu verdanken ist, aus dem in der italienischen Sprache Pizzabrot oder eben Pizzateig und in der Türkei das „Pide“ wurde. Sie buken Fladen aus Teig bereits auf erhitzten Ton- bzw. Keramikplatten oder Steinen.

Wann genau der Pizza-Belag entstand, ist ebenso wenig klar. Eine der ursprünglichen Pizza-Zubereitungsformen wurde offensichtlich aus reinem Teig gefertigt, in den mit den Fingerkuppen Vertiefungen geklopft wurden. Über den rohen Teigfladen wurde vor dem Backen Meersalz, Olivenöl und Kräuter wie Rosmarin, Thymian und Oregano gegeben.

Anderen Quellen zufolge entstand in Italien aus einfachem Fladenbrot wie Focaccia die später Pizza oder im Gebiet der Romagna die Piadina und bis nach Südfrankreich hinein die Pissaladiere.

Fragen und Fakten zu Pizza

Ist Pizza gesund?
Sicher ist, dass die Pizzabrote und andere, einfache Brotfladen früherer Kulturen im Originalrezept mit wenigen natürlichen Zutaten deutlich gesünder waren als die Inhaltsstoffe und Beläge heutiger Fertig-Pizzen im Kühlregal.

Lust auf Pizza?
Mit einem selbst gemachten Hefeteig, selbst gewählten Zutaten und dem richtigen Pizza-Gewürzsalz lässt sich Pizza leicht selber machen.


Wichtig für gute Pizzen:

Ofen auf höchste Temperatur vorheizen!

Übrigens: Die Pizza Calzone (Hose) war ursprünglich keine Pizza, sondern ein Pfannengericht, dass in heißem Öl oder Schmalz ausgebacken wurde.


Und: Salami-Pizza ist in Deutschland mit grossem Abstand die beliebteste Pizza.


Mit Pizza verwandte Fladenbrote oder pizza-ähnliche Teigfladen in Indien und Pakistan heissen allgemein „Roti“. Es gibt sie in vielen Varianten wie dem weichen und dicken Nan, dem dünnen Chapati, dem Paratha (mit Butter gebacken), Puri aus Vollkornmehl und dem meist stark und scharf gewürzten, hauchdünnen Papadam.

Als dünner „Lawasch“ sind Fladen im Iran und den angrenzenden Ländern, als türkische „Yufka“ ebenso dünn oder als mehrere Zentimeter dicke „Pide“-Fladenbrote aus Hefeteig, in der Türkei und in der griechischen, etwas dünneren Variante als Pita in Griechenland und auf Zypern verbreitet. Die Griechen lieben auch das Fyllo (griechisch φύλλο = „Blatt“ , auch „Fillo“ oder „Filo“) für ihre Spezialitäten Spanakopita oder Galaktoboureko.

In Malaysia wird das Fladenbrot „Roti Canai“ angeboten und im Arabischen Raum sind Fladenbrote unter der Bezeichnung „Chubz“ als sehr dünne, nur aus Ober- und Unterkruste bestehende Teigfladen bekannt. Chubz können in der Mitte eingeschnitten und zu einer Tasche geöffnet werden, die üblicherweise mit Fleisch und Gemüse gefüllt wird. Der Chubz-Fladenteig enthält oft eine Prise Zucker, um die Hefe besser quellen zu lassen. Aus dem ebenfalls sehr dünnen Malsouka in Nordafrika werden die Brik genannten, frittierte Teigtaschen im Maghreb zubereitet.

Als klassischer Fladen ist Pita in Israel heute die beliebteste Brot- bzw. Fladenbrotvariante. Die Matze, ein besonderes, ungesäuertes Fladenbrot für das jüdische Pessach-Fest wurde zum Vorbild für die Hostie, die in westlichen Kirchen für Eucharistiefeiern und das Abendmahl benutzt wird. Auch die Stadt Nizza in Südfrankreich hat ihre Pizza - hier heisst der Fladen aus Kichererbsenmehl "Socca".

Noch mehr Brot, Fladen und Tradition:

  • Polen - Podplomyk (einfaches, altslawisches Fladengebäck, das auch mit Belag gebacken wird)
  • Schweden - Knäckebrot und Tunnbröd
  • Island - frittiertes laufabrauð („Blätterbrot, Laubbrot“) oder flatbrauð (Pfannenbrot für Sandwiches)
  • Norwegen – „Lafser“, „flatbrød“ und "Gáhkko"
  • USA, Lateinamerika - Tortillas (Fladen aus Mais- oder Weizenmehl)
  • Äthiopien – Injera (Teigfladen als Unterlage für verschiedene Speisen)
  • Chile - Hallulla (Weißbrot aus Weizenmehl, Backhefe, Milch, Wasser, Speisesalz und Butter)